Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!
Im Monat Oktober wird in vielen Städten und Kirchengemeinden Erntedank gefeiert. In diesem Zusammenhang sagt vielen von Ihnen, besonders den Älteren und Menschen aus den eher ländlich geprägten Regionen, der Begriff „Kartoffelferien“ noch etwas.
Gemeint waren die Herbstferien, die für Kinder auf dem Land, die auf Bau-ernhöfen groß wurden, aber keine wirklichen Ferien waren. Sie mussten mit den Müttern meist frühmorgens auf den Acker und dort wurden die gerodeten Kartoffeln in Körben gesammelt und in Säcke gefüllt.
Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, wie wir auf den Knien über den Acker krochen und die Kartoffeln sammelten. Anschließend wurde das Kartoffelkraut gesammelt und verbrannt. Dabei haben wir dann die neuen Kartoffeln auf Stöcken im Feuer gegart, gegessen und hatten unseren Spaß dabei. Später, als die Vollerntemaschinen kamen, wurde es für die Kinder etwas leichter. Dann wurden die Reste an Kartoffeln gesammelt, die der Vollernter nicht gerodet hatte.
Bei dieser Nachlese kamen oft auch Familien aus dem Dorf, denen es nicht so gut ging. Sie halfen mit und bekamen dafür ein oder zwei Säcke Kartof-feln, um für den Winter einen Vorrat zu haben. Das war bei den Bauern ein alter Brauch und Sitte, wie es schon im Alten Testament angeordnet war. Im Buch Levitikus im 19. Kap. ist die Vorschrift festgehalten: „Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollst du das Feld nicht zum äußersten Rand abernten. Du sollst keine Nachlese von deiner Ernte halten.“
Diese Vorschrift, eine von sehr vielen im Buch Levitikus – diese Vorschrift, die von Gott gegeben wurde, soll deutlich machen, dass wir Menschen eine Verpflichtung für die Schöpfung haben, von der uns diese Ernte geschenkt wurde. Ebenso sollen wir bei der Ernte an die Armen und Fremden denken, damit auch sie über die Zeit kommen. Wir dürfen für die Ernte Gott danken, die uns das tägliche Brot sichert und das in unseren Gottesdiensten feiern.
Ihnen allen eine gute Zeit und Gottes Segen.
Diakon Stephan Fielers

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Pfarrbrief vom 29. September bis 20. Oktober 2024

Pfarrbrief archiv

Pfarrbrief zum 5. Fastensonntag, 29. März 2020

Katholische Kirchengemeinde CHRIST KÖNIG Emden Pfarrbrief zum 5. Fastensonntag, 29. März 2020 Liebe Gemeindemitglieder, da wir uns in der Kirche nicht begegnen können, möchte ich Ihnen allen auf diesem Wege einen ganz herzlichen Gruß aus dem Pfarrhaus schicken. Und ich möchte ein paar Hinweise geben auf Angebote, die gut tun und Zuversicht wecken können. Gottesdienste Derzeit gibt es keine öffentlichen Gottesdienste. Wir Priester feiern aber...

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Pfarrbrief, 4. Fastensonntag 2020

Geistlicher Impuls zum Evangelium des 4. Fastensonntags (Joh 9, 1-41) von Pastor Dr. Rüdiger With Liebe Gemeinde! Gott zu schauen, das ist unseren menschlichen Augen nicht möglich. Und doch sind wir für Gott nicht blind. Wenn ein Wort der Heiligen Schrift uns anrührt, wenn wir in der Begegnung mit anderen Menschen beschenkt werden, wenn wir über die Natur staunen und in ihr Gottes Schöpfung erahnen und erfahren, dann können wir etwas erspüren...

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Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

die Geschichte der Emmausjünger hat für mich und für mein Leben eine zentrale Bedeutung. „Auf dem Weg sein“, so kann man wohl die Situa-tion von uns Menschen umschreiben. Nichts ist fest, alles ist letztend-lich Veränderungen unterworfen.
Der Glaube an Gott, so habe ich es erfahren, ist keine Konstante, son-dern lebendiger Dialog. So wie ein Weg durch unterschiedliche Land-schaft führt, so verändert sich mein Weg mit Gott. Zeiten, wo ich Gott als Quelle meines Lebens erfahre, wechseln mit Zeiten der Wüste. Die Emmausgeschichte berichtet von Zweifel, Mutlosigkeit und Fragen, aber auch von der Begegnung mit dem Auferstandenen. Ich fühle mich gut aufgehoben in der Weggeschichte der Emmausjünger.
Die Jünger haben Schwierigkeiten, an die Auferstehung Jesu zu glau-ben. Dabei haben sie Berichte aus erster Hand. Die Frauen, die in der Frühe des Ostermorgens am Grab waren und dort von den Engeln die Auferstehungsbotschaft hörten, haben ihre Erlebnisse den Jüngern er-zählt, und einige von ihnen überzeugten sich selbst am Grab von der Wahrheit dieser Berichte.
Wäre all das nicht Grund genug zu glauben, dass Jesus tatsächlich auferstanden ist? Für die beiden Emmausjünger reicht es nicht aus. Was sie hören, bewirkt genau das Gegenteil: Sie können es nicht glau-ben, sie verlieren alle Hoffnung, für sie ist alles aus. Einzig der Tod Jesu ist für sie eine unumstößliche Tatsache. So kehren sie Jerusalem den Rücken zu, so, als ob sie von Jesus und ihren eigenen Freunden nichts mehr zu erwarten hätten.
An diesem Punkt merkt man, dass die Auferstehungsperikope nicht die exakte Wiedergabe einer einmaligen Begebenheit ist, die sich vor rund zweitausend Jahren irgendwo zwischen Jerusalem und Emmaus abge-spielt hat. Dieses Evangelium spricht von allen, die ihre Erfahrungen mit Glaubenskrisen und Glaubenszweifeln haben. Es spricht von Situ-ationen, in denen man sich vom Glauben abwandte, obwohl andere ganz überzeugt daran festhielten, von Erlebnissen, durch die alle
Hoffnungen zerplatzten, so dass vom eigenen Glauben nur noch Fra-gen und Zweifel übrigblieben.
Aber das Evangelium bleibt nicht dabei stehen. Die Begegnung der Em-mausjünger mit Christus steht für die Erfahrung, dass der Glaube wie-der wächst und sich sogar noch vertieft, dass nach einer Zeit des Fra-gens, der Trauer und der Dunkelheit auch wieder Licht am Horizont auftaucht. Dabei zeigt sich etwas, was wohl alle bestätigen können, die solche Erfahrungen gemacht haben: Wenn der Glaube wiederkommt, dann geht das nur durch persönliche Erfahrungen. Keine Erzählung an-derer und keine noch so guten Überzeugungsversuche können das er-reichen. Glaube braucht den Weg der persönlichen Erfahrung und Be-stätigung. Auch die Emmausjünger kommen nicht durch das Zeugnis anderer, sondern erst durch ihre persönliche Begegnung mit Jesus zum Glauben. Erst die Gewissheit, dass er bei ihnen ist, macht sie stark und lässt sie nach Jerusalem zurücklaufen, obwohl es mitten in der Nacht ist.
Ich wünsche Ihnen im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter un-serer Gemeinde Christ König, dass die Auferstehung Christi für Sie nicht nur eine Feier, sondern eine Erfahrung ihres Lebens ist.
Georg Pützer

Pfarrbrief vom 05. bis 26. April 2026