Liebe Schwestern und Brüder!
Ich habe vor einigen Tagen an einem Studientag der Diakone teilnehmen dürfen, bei dem es um das Thema „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ ging.
Zu Beginn des Treffens berichtete Weihbischof Johannes Wübbe von einem Regionaltreffen des Synodalen Weges, an dem er teilgenommen hatte. Der Synodale Weg beschäftigt sich in einem der fünf verschiedenen Foren mit dem Thema, das auch für den Studientag gewählt wurde. Irgendwie sind „die Frauen in der Kirche“ in gewisser Weise, aber in allen fünf Arbeitskreisen, Bestandteil der Diskussionen – mal mehr, mal weniger. Während unseres Studientages wurde dann bei den Diskussionen sehr deutlich, dass die Geschlechtergerechtigkeit von Frauen und Männern in vielen Be- reichen der Katholischen Kirche noch sehr ausbaufähig ist.
Ein Thema des Synodalen Weges ist auch die Corona Pandemie, die die Verantwortlichen unserer Katholischen Kirche getroffen hat und uns in den nächsten Jahren herausfordert. Kaum einer aus den Leitungsgremien, besonders unser Bischof Dr. Bode, kann erkennen und voraussagen, was das für die Zukunft und Gemeinschaft der Kirche bedeutet. Es stellt sich immer mehr die Frage: Werden die Menschen nach der Entwöhnung durch einge- schränkte Gottesdienste, von Begegnungen in Gruppen und Verbänden, sowie Festen und Wallfahrten, noch den Weg zur Kirchengemeinde zurück- finden? Und wenn ja, wie viele werden es dann noch sein, wenn doch der überwiegende Teil der Christen alles im Fernsehen und Internet mitfeiern kann?
Ich denke an dieser Stelle, dass unser aller Gebet zum Heiligen Geist für die nächsten Monate und Jahre ganz wichtig sein wird, um das Gemeinde- leben wieder zu beleben. Aber auch unser Gebet für „Den Synodalen Weg“ – für alle Teilnehmenden – die um einen zukunftsweisenden Weg unserer Kirche ringen, mit vielen Frauen in der Verantwortung und Leitung, ist besonders wichtig. Lassen Sie uns für diese Herausforderungen immer wieder beten!
Ihnen / Euch allen wünsche ich eine gute Zeit und bleiben Sie gesund.
Diakon Stephan Fielers
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Pfarrbrief, 13. bis 27. September 2020
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Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,
die Geschichte der Emmausjünger hat für mich und für mein Leben eine zentrale Bedeutung. „Auf dem Weg sein“, so kann man wohl die Situa-tion von uns Menschen umschreiben. Nichts ist fest, alles ist letztend-lich Veränderungen unterworfen.
Der Glaube an Gott, so habe ich es erfahren, ist keine Konstante, son-dern lebendiger Dialog. So wie ein Weg durch unterschiedliche Land-schaft führt, so verändert sich mein Weg mit Gott. Zeiten, wo ich Gott als Quelle meines Lebens erfahre, wechseln mit Zeiten der Wüste. Die Emmausgeschichte berichtet von Zweifel, Mutlosigkeit und Fragen, aber auch von der Begegnung mit dem Auferstandenen. Ich fühle mich gut aufgehoben in der Weggeschichte der Emmausjünger.
Die Jünger haben Schwierigkeiten, an die Auferstehung Jesu zu glau-ben. Dabei haben sie Berichte aus erster Hand. Die Frauen, die in der Frühe des Ostermorgens am Grab waren und dort von den Engeln die Auferstehungsbotschaft hörten, haben ihre Erlebnisse den Jüngern er-zählt, und einige von ihnen überzeugten sich selbst am Grab von der Wahrheit dieser Berichte.
Wäre all das nicht Grund genug zu glauben, dass Jesus tatsächlich auferstanden ist? Für die beiden Emmausjünger reicht es nicht aus. Was sie hören, bewirkt genau das Gegenteil: Sie können es nicht glau-ben, sie verlieren alle Hoffnung, für sie ist alles aus. Einzig der Tod Jesu ist für sie eine unumstößliche Tatsache. So kehren sie Jerusalem den Rücken zu, so, als ob sie von Jesus und ihren eigenen Freunden nichts mehr zu erwarten hätten.
An diesem Punkt merkt man, dass die Auferstehungsperikope nicht die exakte Wiedergabe einer einmaligen Begebenheit ist, die sich vor rund zweitausend Jahren irgendwo zwischen Jerusalem und Emmaus abge-spielt hat. Dieses Evangelium spricht von allen, die ihre Erfahrungen mit Glaubenskrisen und Glaubenszweifeln haben. Es spricht von Situ-ationen, in denen man sich vom Glauben abwandte, obwohl andere ganz überzeugt daran festhielten, von Erlebnissen, durch die alle
Hoffnungen zerplatzten, so dass vom eigenen Glauben nur noch Fra-gen und Zweifel übrigblieben.
Aber das Evangelium bleibt nicht dabei stehen. Die Begegnung der Em-mausjünger mit Christus steht für die Erfahrung, dass der Glaube wie-der wächst und sich sogar noch vertieft, dass nach einer Zeit des Fra-gens, der Trauer und der Dunkelheit auch wieder Licht am Horizont auftaucht. Dabei zeigt sich etwas, was wohl alle bestätigen können, die solche Erfahrungen gemacht haben: Wenn der Glaube wiederkommt, dann geht das nur durch persönliche Erfahrungen. Keine Erzählung an-derer und keine noch so guten Überzeugungsversuche können das er-reichen. Glaube braucht den Weg der persönlichen Erfahrung und Be-stätigung. Auch die Emmausjünger kommen nicht durch das Zeugnis anderer, sondern erst durch ihre persönliche Begegnung mit Jesus zum Glauben. Erst die Gewissheit, dass er bei ihnen ist, macht sie stark und lässt sie nach Jerusalem zurücklaufen, obwohl es mitten in der Nacht ist.
Ich wünsche Ihnen im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter un-serer Gemeinde Christ König, dass die Auferstehung Christi für Sie nicht nur eine Feier, sondern eine Erfahrung ihres Lebens ist.
Georg Pützer