Katholische Kirchengemeinde CHRIST KÖNIG Emden
Pfarrbrief zum 2. Ostersonntag, 19. April 2020

Liebe Gemeinde!

Die Corona-Krise beeinträchtigt weiterhin in erheblichem Maße unser (religiöses) Leben. Es gibt keine öffentlichen Gottesdienste, kein Zusammenkommen in Gruppen und Verbänden. Wie wird unser Glaube davon in Mitleidenschaft gezogen?

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“

Die Figur des Thomas steht am 2. Ostersonntag im Mittelpunkt des Johannesevangeliums. Es zeigt uns, wie Jesus reagiert, wenn jemand sagt: „Wenn ich nicht (…), glaube ich nicht.“ Diese Einstellung ist nicht nur dem Thomas eigen. Bis heute ist sie in unserem Sprachgebrauch verankert – „Ungläubiger Thomas“ ein wenig schmeichelhafter Ausruf für eine*n, die (über-) kritisch etwas in Frage stellt. Jesus reagiert auf den Unglauben des Thomas mit Geduld. Doch bemerkt er auch kritisch: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

Das ist die frohe Botschaft bis in unsere Zeit hinein: Der Sohn Gottes ist in unsere Welt gekommen, damit wir ein „Leben in Fülle“ haben ­ trotz Corona. Dieser Jesus Christus (er-) wartet, dass wir an ihn „glauben“. Dazu ist vom Menschen eine ganz persönliche Antwort erforderlich, immer wieder neu. Im heutigen Evangelium lautet sie: „Mein Herr und mein Gott!“

Im Lied „Gottheit tief verborgen“ GL 497, dass auf einen Text des Thomas von Aquin zurückgeht, heißt es in der 4. Strophe:

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,
bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott!“
Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.

Eine literarische Antwort legt der Schriftsteller Saint-Exupéry dem Kleinen Prinzen in den Mund: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Drei Beispiele aus vergangener Zeit. Wie lautet unsere Antwort in Zeiten der Corona-Krise?

Cornelia Dicke

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Pfarrbrief, 2. Sonntag der Osterzeit,19.04.2020

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