Licht in der Dunkelheit
Die Monate November und Dezember sind die dunkelste Zeit im Jahr. Viele haben Angst vor den dunklen Stunden. Im Advent werden die Tage immer kürzer, die Stunden, in denen es hell ist, immer weniger. Wir brauchen Licht, um uns wohlzufühlen und um gesund zu bleiben. Unser Körper braucht Licht und unsere Seele auch. Der Schöpfer allen Lebens, unser allmächtiger Gott, weiß das. Im Schöpfungsbericht lesen wir: „Und Gott sprach: ‚Es werde Licht!‘ Und es wurde Licht“ (Gen 1,3). Damit trennte er Licht von der Finsternis. Bevor er sich an die Arbeit machte, irgendetwas anderes zu erschaffen, wollte Gott, dass es hell ist.
Ereignisse der letzten Jahre – Krieg, Pandemie, Auswirkungen des Klimawandels und einiges mehr – werden begleitet von schlimmen Nachrichten und immer neuen belastenden Informationen. Wie kann man in dunklen Zeiten wie diesen Advent und Weihnachten feiern?
Für mich ist die Heilszusage Gottes, die wir am ersten Adventsonntag in der ersten Lesung hören, erhellendes Licht in einer dunkel
scheinenden Welt: „Siehe, Tage kommen – Spruch des HERRN -, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe (Jer 33,14).“
Glaube an die Zusagen Gottes ist keine Flucht in eine Scheinwelt. Glaube ist für mich die erlebte Realität mit den Augen Gottes betrachten zu können.
Karl Rahner, einer der größten Theologen des letzten Jahrhunderts, schreibt in seinen Betrachtungen zum Kirchenjahr:
„Advent – Ankunft – heißt eigentlich, einmal ganz wörtlich übersetzt, Zukunft. So ist schon im Wort selbst ein seltsames Ineinander von Gegenwart und Zukunft, von Dasein und Ausständigsein, von Besitz und Erwartung ausgesprochen. So schwingt auch in der Adventsliturgie geheimnisvoll Gegenwart und Zukunft des christlichen Heils ineinander; es wird in ihr gefeiert das Gedächtnis der Menschwerdung des Wortes Gottes, die schon geschah und die bleibt, und die Erwartung der richtenden und endgültig erlösenden Wiederkunft Christi, die noch aussteht und doch schon unaufhaltsam am Kommen ist“.
So wünsche ich Ihnen, auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Christ König Emden, eine gesegnete Adventszeit.
Georg Pützer
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Pfarrbrief archiv
Pfarrbrief vom 02. bis 16. Mai 2021
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Pfarrbrief vom 18. April bis 02. Mai 2021
Liebe Gemeinde!Ein Bild von Jesus Christus sticht gerade in der österlichen Zeit in besonderer Weise hervor, das des „Guten Hirten“. Jesus als der „Gute Hirt“ steht in besonderer Weise für ihn als den Auferstandenen und Erhöhten. Weil dieser Jesus Christus uns kennt und liebt, kennen wir ihn und dürfen ihn lieben. Jesus als der „Gute Hirt“ und wir als die ihm anvertraute Herde stehen für ein Verhältnis, das zutiefst vom gegenseitigen Vertrauen...
Pfarrbrief vom 04. bis 18. April 2021
Liebe Gemeinde, liebe Gäste!Dieses Jahr kein Osterspaziergang in großer Runde. Kein fröhliches Singen in unseren Gottesdiensten. Keine großen Familientreffen. Keine Ostereiersuche mit den Kindern. So viele Neins. Ach, dass sie doch alle verwandelt würden: Die vielen „Neins“ in ein großes Ja. Die Angst in Zuversicht. Die Unsicherheit, wie es weitergeht, in Gewissheit.Inmitten so vieler Verneinungen feiern wir dennoch Ostern: Gott richtet seinen...
Pfarrbrief vom 21. März bis 05. April 2021
Liebe Gemeinde!„Es geht anders!“ Seit einem Jahr hören wir diesen Satz, so oder in ähnlicher Weise, immer wieder. Manchmal denke ich: „Oh, nee! Nicht schon wieder! Ich sehne mich nach – wie immer! Jetzt auch noch Misereor…“ Im nächsten Moment erschrecke ich über meine Undankbarkeit, meine Verzagtheit, meine Resignation. Starke Frauen wie Doña Antonia Lurisi aus Bolivien ermutigen mich dann:“Früher haben wir einfach alles abgebrannt, um auf den...
Pfarrbrief vom 07. bis 21. März 2021
Liebe Gemeinde,in der Krise merken wir, dass wir nicht alles in der Hand haben. Das neue MISEREOR-Hungertuch der chilenischen Künstlerin Lilian Moreno Sanchez entstand während der Corona-Pandemie. Es stellt die Verletzlichkeit allen Lebens vor Augen. Anatomische Details fügen sich über ein Triptychon hinweg zu einem Bild: Wir erkennen einen Fuß mit gebrochenen Knochen. Zugleich weisen Goldfäden und goldene Blumen hin auf Heilung und die in-nere...
Pfarrbrief vom 21. Februar bis 07. März 2021
UMKEHR + RHEKMU + UMKEHR + RHEKMU + UMKEHRLiebe Gemeinde!„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Dieser Satz aus dem Evangelium vom 1. Fastensonntag (Mk 1,15) hat es mir angetan, „das Reich Gottes ist nahe“, trotz oder auch mit Corona. Jetzt zum Beginn der Fastenzeit gibt es vielfältige Angebote, die einladen zum Nachdenken über Gott, die Welt und mich selbst. Eine Auswahl:Analog+ und ganz persönlich vor Ort, mehr dazu in diesem Pfarrbrief!+...
Pfarrbrief vom 07. bis 21. Februar 2021
Lasst uns unsere Zeit so gestalten,dass man sich an sie erinnern wirdals eine Zeit,in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erstarkte,als eine Zeit,in der nachhaltige Entwicklung entschlossen auf den Weg gebracht wurde,als eine Zeit,in der das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden einenneuen Auftrieb bekam undals eine Zeitder freudigen Feier des Lebens.(Erd-Charta – Schlussabschnitt)So wünsche ich Ihnen allen, liebe Gemeindemitglieder, eine...
Pfarrrief, 24. Januar bis 07. Februar 2021
Liebe Gemeinde! In den nächsten Tagen ragt neben den Sonntagen das Fest der „Darstellung des Herrn“ heraus. Dieses Fest will uns deutlich machen, dass Jesus das Menschsein ganz und gar mit uns geteilt hat. Er ist den Weg eines gläubigen Juden gegangen. Seine Beschneidung zeigt es. Von Ostern her wissen wir: Dieser Jesus ist nicht nur ein Mensch. Er ist Gottes Sohn von Anfang an, er ist der, der uns das Leben in Gott durch seine Hingabe...
Pfarrbrief, 10. bis 24. Januar 2021
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Pfarrbrief, 20. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021
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Pfarrbrief, 08. bis 22. November 2020
Liebe Gemeinde!Mit großen Schritten gehen wir auf das Christ-König-Fest, dem Patronats-fest der Gemeinde, zu und dem Ende des Kirchenjahres entgegen.Der Evangelist Matthäus ruft uns in den Gleichnissen dieses und des nächsten Sonntags dazu auf, klug die Zeit bis zur Wiederkunft des Herrn zu gestalten. Da sind einerseits die fünf Jungfrauen. Sie haben nicht nur ihre Lampen, sondern auch einen ausreichenden Vorrat an Öl mitgenom-men, um dem...
Pfarrbrief, 25. Oktober bis 08. November 2020
Download als PDF-Dokument: Pfarrbrief, 25. Oktober bis 08. November 2020
Pfarrbrief, 27. September bis 25. Oktober 2020
Liebe Gemeinde! Am ersten Sonntag im Oktober feiern wir das Erntedankfest. Es ist unser Dank an Gott für die Vater-unser-Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (vgl. Mt 6, 11; Lk 11, 3). Das Erntedankfest stellt uns immer wieder neu eine Grundgegebenheit des Lebens vor Augen: Wir leben nicht allein aus uns heraus. Das Wesentliche unseres Lebens wird uns geschenkt. Das ist ein starker Impuls, sich als Teil von Gottes Schöpfung zu verstehen...
Pfarrbrief, 13. bis 27. September 2020
Liebe Schwestern und Brüder! Ich habe vor einigen Tagen an einem Studientag der Diakone teilnehmen dürfen, bei dem es um das Thema „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ ging. Zu Beginn des Treffens berichtete Weihbischof Johannes Wübbe von einem Regionaltreffen des Synodalen Weges, an dem er teilgenommen hatte. Der Synodale Weg beschäftigt sich in einem der fünf verschiedenen Foren mit dem Thema, das auch für den Studientag...